Pressemitteilungen der Mitgliedsorganisationen des Fachbereichs 1 der AGDF
Pressemitteilung der AG Frieden Trier
03.02.11
Friedenspolitische Kampagne zur Landtagswahl gestartet:
Ende der Bundeswehr-Schul-Kooperation gefordert
Die Rücknahme des Kooperationsabkommens der SPD-Landesregierung mit der
Bundeswehr ist die Hauptforderung der gestern in Mainz vorgestellten
Kampagne " Schulfrei für die Bundeswehr - Friedensbildung statt
Militarisierung". Die Kampagne kritisiert
eine Kooperationsvereinbarung des Landes mit der Bundeswehr vom 25.
Februar 2010.
Im Schülercafés der Katholische Jugendzentrale erläuterten
vier Vertreter der 16 beteiligten Kampagnenträger von
Friedensinitiativen, kirchlichen und politischen Organisationen sowie
Lehrer- und Schülervertretungen die Kampagne: "Die von der
Öffentlichkeit bisher weitgehend unbemerkt unterschriebene Vereinbarung
emöglicht der
Bundeswehr einen verbesserten Zugang zu Schülern und bindet sie in die
Lehreraus- und fortbildung ein. Diese Bevorzugung widerspricht
Grundregeln politischer Bildung und dem Schulgesetz und gehört beendet,
dies ist für uns ein Wahlprüfstein für die Landtagswahl. Wir wollen
über den zunehmenden Werbefeldzug der Bundeswehr aufklären und Schüler,
Eltern und Lehrer dazu ermutigen, sich für eine Schule ohne Bundeswehr
einzusetzen." erläutert Markus Pflüger von der Arbeitsgemeinschaft
Frieden Trier die Ziele der Kampagne.
Klaus-Peter Hammer, der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft Rheinland-Pfalz unterstrich die Forderung nach Aufkündigung
der Kooperationsvereinbarung: "Die Kooperation ist ein falsches Signal,
die Bundeswehr erhält mit dieser Kooperation ein
Alleinstellungsmerkmal, politische Bildung muss in den Händen
pädagogischer Fachkräfte bleiben."
Patrick Simon von der LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz
ergänzte: "Schülerinnen und Schüler werden meist nicht gefragt, bevor
die Bundeswehr kommt, und bei den Bundeswehrveranstaltungen herrscht
Anwesenheitspflicht: das ist nicht akzeptabel. Die LSV will
selbstbestimmtes Lernen und eine demokratische Schule, die kritisches
Denken fördert - die Bundeswehr ist dagegen autoritär, Befehle müssen
ausgezuführt werden, die Bundeswehr passt also nicht in die Schule.
Zudem wird das Werbeverbot oft durch die Jugendoffiziere missachtet,
ihr Besuch bedeutet eine indirekte Werbung bis hin zu direkter
Rekrutierung im inoffiziellen Teil."
Dr. Gernot Lennert, Landesgeschäftsführer der Deutschen
Friedensgesellschaft -- Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK)
Rheinland-Pfalz wies besonders auf die Vortragstour durch
Rheinland-Pfalz hin: "In Ludwigshafen, Worms, Kusel, Mainz, Koblenz,
Trier und Neuwied werden wir mit Veranstaltungen über die Werbeoffensive
der Bundeswehr an Schulen aufklären. Weitere Aktionen, Plakate und
Faltblätter sowie Hintergrundinformationen und Material wie ein
Musterbefreiungsantrag für Eltern bzw. Schüler sind auf der Homepage der
Kampagne zu finden:
www.schulfrei-fuer-die-bundeswehr-rlp.de
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