Kein privilegierter Zugang der Bundeswehr zur Schule*
Petition gegen Kooperationsvereinbarung Bildungsministerium RLP und
Bundeswehr*
Am 18. März rief die Arbeitsgemeinschaft Trier zur Unterstützung ihrer
Petition gegen eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Bundeswehr und
dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium auf. Innerhalb von 12
Tagen haben über 170 Personen, darunter viele Lehrer, Schüler,
Studierende, Gewerkschafter und Parteimitglieder von SPD, Grünen, Die
Linke, sowie Mitglieder kirchlicher Gruppen, von Umwelt- und
Friedensorganisationen sowie Sozialer Bewegungen und
Bildungseinrichtungen die Petition unterzeichnet. Mit der Petition die
im Landtag eingereicht wurde, fordern sie eine Rücknahme der
Kooperationsvereinbarung die Jugendoffiziere der Bundeswehr in den
Unterricht, sowie in die Lehrerausbildung fest einbindet.
"Besonders bedenklich ist es, dass eine Vereinbarung in einer so
entscheidenden Frage ohne jede demokratisch gebotene gesellschaftliche
Debatte und ohne jede Vorankündigung unterzeichnet wurde" kritisieren
die Petitionsunterstützer.
Die Kooperationsvereinbarung, die am 26. Februar zwischen dem
rheinland-pfälzischen Bildungsministerium und der Bundeswehr
unterzeichnet wurde, institutionalisiert die Einbindung von
Jugendoffizieren im Unterricht. Diese Bundeswehreinheit wurde speziell
für die Werbung um Akzeptanz der Bundeswehr gegründet und verbreitet
heute die sicherheitspolitischen Auffassungen der Bundeswehr -- die
beim Beispiel Afghanistaneinsatz im Widerspruch zur Mehrheit der
Bevölkerung stehen, die diesen Kriegseinsatz ablehnt.
Die Initiatoren der Petition kritisieren die Einseitigkeit der
verbreiteten Sichtweise auf die internationale Politik: "Schon vor dem
Rahmenabkommen hatte die Bundeswehr besseren Zugang zu den Schulen als
nichtstaatliche und christliche Friedensdienste. Speziell ausgebildete
hauptamtliche Jugendoffizieren mit professionellem
Unterrichtsmaterial, Filmen und Planspielen können einige vor allem
ehrenamtlich arbeitende Friedensorganisationen nichts entsprechendes
entgegensetzen." so Markus Pflüger von der AGF auch vor dem
Hintergrund, dass das Ministerium Kirchen und Friedensdiensten
inzwischen auch die Zusammenarbeit anbietet.
"Dies ändert aber nichts am Ungleichgewicht fürs Militär, wir lehnen
diesen Exlusivvertrag mit der Bundeswehr ab -- auch im Hinblick auf den
Landtagswahlkampf ist die SPD gut beraten diese einseitige
Rahmenvereinbarung mit der Bundeswehr zurückzunehmen!" so Hermann Anell
- Vorstandsprecher der AG Frieden Trier, "Schon bisher wurden Schüler
oft einseitig von der Bundeswehr informiert, es war aber für die Schulen
eine freiwillige Entscheidung - kein festgelegte Formalisierung - auch
andere friedenspolitische Sichtweisen konnten vermittelt werden, dies
gilt es zu verstärken. Die Vertiefung und Institutionalisierung der
militärischen Sichtweise durch die Kooperationsvereinbarung ist der
Gipfel und gehört aufgekündigt."
Ansprechpartner für Rückfragen:
Markus Pflüger Tel 0651/9941017 oder
0172-7379388
Der Text der Petition
Die über 170 UnterstützerInnen der Petition
