Vorträge zu "Bundeswehr macht (Hoch-)schule" und Strategien gegen diese
Militarisierung
200 Petitionen gegen Kooperationsvereinbarung Bildungsministerium RLP
und Bundeswehr
Angesichts der Kooperationsvereinbarung zwischen der Bundeswehr und dem
rheinland-pfälzischen
Bildungsministerium informieren zwei Vorträge über die Hintergründe.
Veranstalter sind die AG Frieden in Kooperation mit der Heinrich Böll
Stiftung RLP und Unterstützung von GEW Trier, DFG-VK Trier, Pax Christi
Trier, Referat für Politische Bildung des AStA der Universität Trier,
Katholische Studierende Jugend Trier und Schülercafé Scheinbar --
Vertreter aller Gruppen unterstützen auch die Petition.
Am 20. April wird Jonna Schürkes von Informationsstelle Militarisierung
Tübingen zu "Bundeswehr macht (Hoch-) Schule, kritisches zur zunehmenden
Militarisierung der Bildung" vortragen. Dabei geht es um Fragen was
läuft an Bundeswehrwerbung an Schulen, wie sieht Militär-Forschung an
Universitäten aus? Was bedeuten die Kooperationsvereinbarung zwischen
Kultusministerien und Bundeswehr?
Am 18. Mai referiert Markus Gross von Bundeswehrwegtreten Köln über
"Strategien gegen die Militarisierung des Zivilen", er erläutert die
Funktion von Akzeptanzmanagement, Eventmarketing und der Werbetour der
Bundeswehr, und geht der Frage nach was wir gegen Kooperationsabkommen
und Rekrutierung an Schulen und Arbeitsagenturen tun können sowie wie es
mit der Petition weitergeht.
Die Vorträge mit anschließender Diskussion finden jeweils um 20 Uhr im
Friedens- und Umweltzentrum in der Pfützenstr.1 in Trier statt, der
Eintritt ist frei.
Am 18. März wurde zur Unterstützung der Petition gegen die
Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr und rheinland-pfälzischem
Bildungsministerium aufgerufen. Inzwischen unterstützen 200 Personen,
darunter viele Lehrer, Schüler, Studierende, Gewerkschafter und
Parteimitglieder von SPD, Grünen, Die Linke, sowie Mitglieder
kirchlicher Gruppen, von Umwelt- und Friedensorganisationen sowie
Sozialer Bewegungen und Bildungseinrichtungen die Petition. "Wer will
kann die Petition noch unterzeichnen, wir sammeln aber nicht weiter,
sondern warten jetzt auf die Antwort des Petitionsausschusses. Der
Widerstand gegen diese Militarisierung muss aber auf allen
gesellschaftlichen Eben weitergehen -- wir können nicht hinnehmen, dass
die Politik die Bundeswehr Minderjährige und Kinder werben läßt!"
erläutert Markus Pflüger von der AGF.
Mit der Petition wird die Rücknahme der Vereinbarung die Jugendoffiziere
der Bundeswehr in den Unterricht, sowie in die Lehrerausbildung fest
einbindet gefordert. Besonders bedenklich sei, dass dieses Abkommen ohne
die demokratisch gebotene Debatte und ohne Vorankündigung unterzeichnet
wurde. Es wird um die Akzeptanz der Bundeswehreinsätze geworben und die
sicherheitspolitische Auffassung der Bundeswehr vermittelt -- obwohl
sie beispielsweise beim Kriegseinsatz in Afghanistan im Widerspruch zur
Mehrheit der Bevölkerung steht.
Diese Einseitigkeit der verbreiteten Sichtweise auf die internationale
Politik sei inakzeptabel: "Wir lehnen diesen Exlusivvertrag mit der
Bundeswehr ab - auch im Hinblick auf den Landtagswahlkampf ist die SPD
gut beraten diese einseitige Rahmenvereinbarung zurückzunehmen!" so
Hermann Anell - Vorstandsprecher der AG Frieden Trier, "Schon bisher
wurden Schüler oft einseitig von der Bundeswehr informiert, es war aber
für die Schulen eine freiwillige Entscheidung - kein festgelegte
Formalisierung -- auch andere friedenspolitische Sichtweisen konnten
vermittelt werden, dies gilt es zu verstärken. Die Vertiefung und
Institutionalisierung der militärischen Sichtweise durch die
Kooperationsvereinbarung ist der Gipfel und gehört aufgekündigt."
Ansprechpartner für Rückfragen:
Markus Pflüger T.0651/9941017 oder
0172-7379388
Auf unserer Sonderseite www.AGF-Trier.de finden Sie
