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Friedensinitiative ÖKOPAX e. V. - Bildungsbüro für Friedens- und Umweltfragen Würzburg

Interview mit Armin Meisterernst von ÖKOPAX


1.Was machst Du beruflich?
Ich bin seit 27 Jahren Arzt für Anästesie und Intensivmedizin.

2. Welches Buch liest Du gerade?
Ich lese das 1991 erschienene Buch “Marx, wir brauchen Dich”, Untertitel “Warum man die Welt verändern muss” von Jean Ziegler (Schweiz).

3. Was ist Deine Lieblungsmusik?
Als typischer 68er (1947 geb.) mag ich die Pop- und Rockmusik dieser Zeit, besonders Eric Clapton.

4. Welche Dinge würdest Du mit auf eine einsame Insel nehmen?
Auf eine einsame Insel würde ich nie gehen. Dazu mag ich die Gesellschaft von Menschen zu sehr. Meine Freizeit verbringe ich gerne mit meiner Frau und unseren 3 Töchtern und / oder mit Freunden zusammen. Selbst wenn ich mich mal zurückziehen möchte, gehe ich in die Weinstube. – Wahrscheinlich mag ich daher Demonstrationen so sehr (lacht).

5. Wann hast Du das letzte Mal gelacht?
Ich bin von Natur aus ein Optimist und lache eigentlich jeden Tag. Gestern hatten wir eine besondere Gelegenheit zur Freude im Krankenhaus, als wir eine 18-jährige junge Frau retten konnten.

6. Was liebst Du an Deiner Heimat?
Das klassische Heimatgefühl ist für mich zu sehr geschichtsbeladen. Das EM-Gebaren z.B. ist mir zuwider. So etwas wie Nationalstolz habe ich nicht.
„Heimat“ ist für mich die Gegend, wo meine Freunde sind, die mit mir aktiv sind oder mit mir feiern und mich aktzeptieren, so wie ich bin.


7. Was bedeutet „Nachhaltige Entwicklung“ für Dich?
Dieses Wort existiert in meinem Sprachgebrauch nicht. Mein Leitsatz ist: „Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht.“ (Che Guevara). Also geht die Arbeit immer weiter. Der richtige Weg dahin geht m.E. über regionale Vernetzung z.B. in Würzburg / Unterfranken mit dem Bündnis für Zivilcourage (über 40 Initiativen und Gruppen), wodurch sich in der interkulturellen Szene viel verbessert hat, - oder mit der Verleihung des Würzburger Friedenspreis (22 Gruppierungen). Der diesjährige 13. ging an das Bürgerforum Gräfenberg, Oberfranken, das sich kreativ gegen Rechtsradikalismus wehrt.

8. Wie bist Du zu Deinem Engagement gekommen?
Anlass war kurz vor meinem Abi die Erschießung Benno Ohnesorgs und der Protest gegen den Vietnam-Krieg. Rudi Dutschke und Che waren meine Vorbilder. Ich wollte zuerst Theologie studieren. 1983/84 war ich auf den großen Demonstrationen in Bonn gegen die Perschings dabei. Auch in Mutlangen habe ich mitdemonstriert.

9. Gibt es ein Symbol oder Zeichen für Dich, das „nachhaltige Entwicklung“ ausdrückt?
Natürlich das Peace- Zeichen, das 1958 kreiert wurde und z.Zt. der ersten Ostermärsche aus Großbritannien kam. Ansonsten trage ich ständig die Schleife der Aids- Initiative.

10. Gibt es ein Buch oder einen Film, den Du zu Deinem Thema besonders empfehlen kannst?
Das ist ein kleines, sehr altes Büchlein (1781 erschienen): Emmanuel Kant „Zum ewigen Frieden“ (Reklam), das jedeR Friedensaktive gelesen haben sollte.
Des weiteren empfehle ich „Was ist Aufklärung“ von Friedrich Zöller.


11. Hast Du einen Tipp, den Du anderen (Friedens-) Initiativen mit auf den Weg geben kannst?

Die Gruppierungen vor Ort sind wichtig. Wenn sie ihren Idealen treu bleiben, sich vernetzen und Hand in Hand zusammenarbeiten sowie ihre Arbeit publik machen, können sie viel erreichen.

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Leiste mit verschiedenen Bildern aus den beteiligten Projekten
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